Tagebuch
















Tag4: Fr. 10.04.09//

Karfreitag ist ein Tag, an dem man normalerweise zu Hause sitzt, zu viel, oder gar nichts isst (je nach konfession) und bescheurte Blockbusterfilme über Naturkatastrophen mit Happy End im TV schaut. Dazu ärgert man sich, dass die Geschäfte geschlossen haben. Und das allerschlimmste: Tanzverbot!
Schmerzfrei wie wir sind, treffen wir uns um 7 Uhr morgens, um wieder ins Studio Richtung Köln zu fahren (dieses mal sogar alle zusammen in einem Auto) und Manu und Christoph freuen sich, dass Jens und Steffen dabei sind, obwohl sie nicht mehr an den Instrumenten benötigt werden.

Der Herr ist anscheinend mit uns (natürlich, ist ja auch Karfreitag), denn er lässt den Rest der Reisenden in zahlreichen Staus links von uns zum Stillstand kommen, während wir ohne Verzögerung unser Ziel erreichen. Wir finden das natürlich richtig so, Verwandte besuchen braucht kein Mensch, erst recht nicht an Karfreitag.
Für die Gesangsaufnahmen braucht es nur Mikro und Sänger. Um jedoch nicht gleich voll einzusteigen, erholen wir uns erstmal bei einem Stück Kuchen, den uns Sven und Tobi spendieren. Frisch gestärkt macht Tobi mit Manu und Christoph lustige Stimmauflockerungsübungen, was vor allem denjenigen gefällt, die das Schauspiel wie gehabt im Schwarzweiß-Fernseher betrachten dürfen - Gott sei Dank ohne Ton.
Aufgelockert geht es jetzt schließlich zur Sache. Da es noch vormittag ist, fangen wir mit dem ruhigsten Song an. Ganz nach dem dem Motto: was anstrengend ist, verschiebt man lieber nach hinten!
Da der erste Song keine Schwierigkeiten bereitet, können wir pünktlich zur Mittagspause übergehen. Preisfrage: Was ist am Karfreitag das Sub des Tages? Auflösung erfolgt... nicht! Joker? Gibt's keine!
Zurück im Keller geht es jetzt an die anderen beiden Songs. Manu ist direkt nach dem Essen an der Reihe und fühlt sich hinter dem Mikro eher wie eine ausgestopfte Weihnachtsgans; und das an Ostern! Um uns das zu verheimlichen stützt er die Arme in die Hüfte und post wie Captain America. Das geht natürlich gar nicht und wir fordern ihn auf zu tanzen, doch wir haben vergessen, dass ja Tanzverbot ist. Sven hofft, dass seine streng katholischen Nachbarn das nicht sehen. Der Karfreitag geht uns so langsam auf die Nerven...
Schließlich haben wir die wichtigsten Parts auf Band (oder besser: auf Festplatte) und widmen uns den Backings, um den Aufnahmen noch ein wenig mehr Leben einzuhauchen. Am Schluss bleibt uns danach sogar noch Zeit. Darum stellen wir Jens vor neue Herausforderungen und schicken ihn samt Schellenkranz in den Aufnahmeraum. Bitte versprecht uns: sollten wir jemals mit solch einem Instrument auf einer Bühne erscheinen, erschießt uns bitte auf der Stelle. Das gilt auch für Tri-Angeln, Blockflöten, Rasseln und Glockenspiel. Fehlt ein Instrument in der Liste? Dann schreibt uns gerne! Stichwort "Bloß nicht!" Einsendeschluss... ach egal! Nach getaner Arbeit begeben wir uns wieder auf die Autobahn und streiten uns so lange um die Musik im Autoradio, bis jeder seine Walkmanstöpsel in den Ohren hat. Ende April gibts die neuen Aufnahmen. Bis dahin...

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